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Lernpfad

Lektion 3 · Grundlagen

Deutsche Aktien verstehen: Standardwerte einordnen

Deutsche Aktien werden oft in einem Atemzug mit dem Wort Standardwerte genannt, als wäre klar, was das bedeutet. Diese dritte Lektion ordnet den Begriff ein: Wir klären, was einen großen Standardwert ausmacht, wie er in den Leitindex gelangt und worin er sich von einem Nebenwert unterscheidet.

Neutrale Illustration mehrerer Unternehmensbausteine als Sinnbild für Standardwerte in gedeckten Tönen
Standardwerte sind große, viel beachtete Bausteine eines Marktes.

Die Frage

In den ersten beiden Lektionen ging es um den Markt und um den Unterschied von Handelsplatz und Index. Nun rückt eine Gruppe in den Mittelpunkt, die in fast jedem Marktbericht auftaucht: die großen deutschen Aktien. Warum heißen ausgerechnet sie Standardwerte, und was macht sie zu den Titeln, die den Leitindex prägen?

Kurz gesagt: Standardwerte sind besonders große und viel gehandelte Unternehmen; ihre Größe und Handelbarkeit bringt sie in den Leitindex, während kleinere Titel als Nebenwerte gelten.

Kurze Antwort

Der Begriff Standardwert beschreibt kein Gütesiegel, sondern eine Größenklasse. Gemeint sind Unternehmen, deren Anteile in hohem Umfang gehandelt werden und deren Börsenwert vergleichsweise groß ist. Weil sie so präsent sind, dienen sie vielen Beobachtern als Maßstab für den gesamten Markt.

In den Leitindex gelangen genau solche Titel, weil dessen Regelwerk auf Größe und Handelbarkeit abstellt. Ein Unternehmen, dessen Anteile selten den Besitzer wechseln, eignet sich schlechter als Gradmesser als eines, das ständig gehandelt wird. Deutsche Aktien dieser Kategorie stehen deshalb im Zentrum vieler Berichte über die heimische Börse.

Vertiefung

Um den Begriff greifbar zu machen, hilft der Gegensatz zu den Nebenwerten. Nebenwerte sind kleinere Unternehmen, deren Anteile in geringerem Umfang gehandelt werden. Sie sind deshalb nicht weniger wichtig für die Wirtschaft, aber sie tauchen seltener in den großen Schlagzeilen auf und stehen nicht im obersten Leitindex.

Was DAX-Werte von Nebenwerten unterscheidet

Die Titel, die es in den obersten deutschen Leitindex schaffen, werden umgangssprachlich oft als DAX-Werte bezeichnet. Der Unterschied zu Nebenwerten liegt weniger in der Branche als in Größe und Handelbarkeit. Ein DAX-Wert ist typischerweise ein Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung und regem Handel; ein Nebenwert ist kleiner und wird seltener gehandelt. Ein großes Industrieunternehmen kann ein Standardwert sein, ein regionaler Spezialanbieter eher ein Nebenwert.

Diese Einordnung ist beweglich. Wächst ein Nebenwert über Jahre, kann er die Schwelle zu den Standardwerten überschreiten; schrumpft ein großes Unternehmen, kann es umgekehrt herausfallen. Regelmäßige Überprüfungen sorgen dafür, dass der Leitindex die aktuellen Größenverhältnisse abbildet. Wichtig ist dabei:

  • Standardwerte sind große, viel gehandelte Unternehmen, keine per se besseren.
  • Größe und Handelbarkeit entscheiden über die Aufnahme in den Leitindex.
  • Nebenwerte sind kleiner und im obersten Index nicht vertreten.
  • Die Zuordnung ändert sich, weil Unternehmen wachsen oder schrumpfen.

In der Anwendung

Wenn Sie künftig von deutschen Aktien lesen, achten Sie darauf, welche Größenklasse gemeint ist. Ein Bericht über den obersten Leitindex spricht von Standardwerten, nicht vom gesamten Markt. Kleine und mittlere Unternehmen bleiben in solchen Meldungen oft unsichtbar.

  1. Prüfen Sie, ob ein Bericht Standardwerte oder den breiten Markt meint.
  2. Ordnen Sie genannte Unternehmen grob nach Größe ein, statt jedem gleiches Gewicht zu geben.
  3. Behalten Sie im Kopf, dass ein Nebenwert außerhalb des obersten Index eine eigene Dynamik haben kann.

So vermeiden Sie den Kurzschluss, der oberste Index sei gleichbedeutend mit der gesamten deutschen Wirtschaft. Er ist ein wichtiger, aber begrenzter Ausschnitt.

Zur Einordnung: Diese Lektion dient der Bildung und ist keine Anlageberatung; sie nennt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine konkreten Kennzahlen einzelner Unternehmen.

Weiterlesen

Nachdem Standardwerte und Nebenwerte geklärt sind, führt der Lernweg zur Frage, wie sich verschiedene Indizes zu einer ganzen Familie verhalten.